Welche drei Bauarten gibt es?

Jede Klimaanlage nimmt Wärme aus dem Raum auf und gibt sie draußen wieder ab. Der Unterschied liegt darin, wo der Verdichter sitzt: Er ist das lauteste und stromintensivste Bauteil.

Schema: Split-Klimaanlage mit Verdichter im Außengerät, Monoblock-Wandgerät mit zwei Wandöffnungen und mobiles Gerät mit Abluftschlauch zum Fenster
Vereinfachtes Schema der drei Bauarten · Krause

Split-Klimaanlage: Ein flaches Innengerät an der Wand ist über Kältemittelleitungen mit einem Außengerät verbunden. Der Verdichter steht draußen – deshalb ist es im Raum leise.

Monoblock-Wandgerät ohne Außeneinheit: Ein Gerät an der Innenseite der Außenwand. Es saugt Außenluft durch eine Wandöffnung an und bläst die Wärme durch eine zweite wieder hinaus. Außen sieht man nur zwei runde Gitter.

Mobiles Monoblockgerät: Ein Standgerät auf Rollen, dessen warme Abluft über einen Schlauch durch Fenster oder Tür nach draußen geführt wird.

Der direkte Vergleich

Drei Bauarten im Vergleich
FrageSplit-KlimaanlageMonoblock-WandgerätMobiles Gerät
Was ist außen sichtbar?Außengerät und LeitungswegZwei runde Gitter in der WandSchlauch im Fensterspalt
Bauliche ArbeitenWanddurchbruch, Konsole, Kondensatablauf, StromanschlussZwei Kernbohrungen, je nach Modell KondensatablaufKeine – nur Fensterabdichtung
Geräusch im RaumLeise, nur GebläseHörbar, Verdichter im RaumAm lautesten
EffizienzAm höchstenGeringerAm geringsten
Heizen möglich?Ja, als Luft-Luft-WärmepumpeBei vielen Modellen, mit geringerer LeistungKaum sinnvoll
MontageFachbetrieb mit Kältemittel-ZertifizierungFachbetrieb für Bohrung und AnschlussSelbst aufstellbar

Das Umweltbundesamt beschreibt Split-Geräte als effizienter und rät von mobilen Geräten ab, weil sie ineffizient sind und warme Luft über den Schlauch und undichte Fensterspalte nachströmen kann. Das Monoblock-Wandgerät liegt dazwischen: Es hat keine Undichtigkeit am Fenster, arbeitet aber mit dem Verdichter im Raum.

Quelle: Umweltbundesamt: Gegen die Hitze – kühle Räume im Sommer.

Wann ist ein Gerät ohne Außeneinheit die richtige Wahl?

Ein Monoblock-Wandgerät ist kein Notbehelf, sondern eine eigene Lösung für bestimmte Situationen. Es passt eher, wenn:

  • die Eigentümergemeinschaft oder der Denkmalschutz kein Außengerät an der Fassade erlaubt, zwei unauffällige Gitter aber zustimmungsfähig sind,
  • es keinen Balkon, keine Dachfläche und keinen Hof für ein Außengerät gibt,
  • ein einzelner Raum gekühlt werden soll, etwa ein Arbeitszimmer, und nicht die ganze Wohnung,
  • das Gerät an einer Außenwand hängen kann, die sich gut bohren lässt.

Weniger gut passt es im Schlafzimmer für Menschen mit leichtem Schlaf, in großen, stark besonnten Dachräumen und überall dort, wo die Anlage im Winter auch regelmäßig heizen soll. Dort spielt die Split-Klimaanlage ihre Stärken aus. Wie leise ein Gerät nachts sein sollte, erklärt unser Beitrag Klimaanlage fürs Schlafzimmer.

Ohne Außengerät auch ohne Genehmigung?

Das ist der häufigste Irrtum. Zwei Kernbohrungen durch die Außenwand sind ein Eingriff in die Bausubstanz und verändern die Fassade – genau wie ein Außengerät, nur kleiner.

Wer zustimmen muss
SituationWas gilt
MietwohnungBohrungen und feste Installation vorher schriftlich mit dem Vermieter abstimmen. Ein mobiles Gerät ohne Eingriff ist in der Regel unproblematisch.
Eigentumswohnung (WEG)Eine bauliche Veränderung am Gemeinschaftseigentum braucht einen Beschluss der Gemeinschaft (§ 20 WEG). Klimaanlagen gehören nicht zu den Maßnahmen, auf die ein gesetzlicher Anspruch besteht.
Denkmal oder GestaltungssatzungZusätzlich die zuständige Behörde fragen, bevor Geräte bestellt werden.

Tipp für die Eigentümerversammlung: Ein konkreter Antrag hat bessere Chancen als eine allgemeine Frage. Legen Sie Gerätetyp, Position, Größe und Farbe der Gitter, den Schallwert aus dem Datenblatt und ein Foto mit eingezeichneter Lage bei. Sagen Sie zu, dass ein Fachbetrieb bohrt und die Öffnungen fachgerecht abdichtet.

Quelle: § 20 Wohnungseigentumsgesetz: Bauliche Veränderungen.

Was kostet der Betrieb im Vergleich?

Auf dem Energielabel wird die Effizienz als Verhältnis von Kühlleistung zu aufgenommener Strommenge angegeben. Bei Split-Geräten steht ein Jahreswert (SEER), bei Monoblock- und mobilen Geräten meist nur ein Momentanwert (EER). Die Zahlen sind deshalb nicht eins zu eins vergleichbar – die Richtung aber ist eindeutig.

Rechenbeispiel · frei gewählte Annahmen2,5 kW Kühlleistung × 240 h ÷ Effizienz × 0,35 €/kWh

Für einen Sommer mit 240 Betriebsstunden ergeben sich bei einer angenommenen Effizienz von 6 (Split) rund 35 €, bei 2,8 (Wandgerät) rund 75 € und bei 2,5 (mobiles Gerät) rund 84 € – beim mobilen Gerät zuzüglich der Wärme, die durch Schlauch und Fensterspalt wieder hereinkommt. Keine Verbrauchsprognose: Gerät, Raum und Nutzung verändern das Ergebnis.

Die Formel für Ihre eigene Rechnung: Kühlleistung in kW × Betriebsstunden ÷ Effizienzwert × Strompreis. Nehmen Sie die Werte aus dem Datenblatt des konkreten Modells.

Worauf beim Kältemittel achten?

Ein Monoblockgerät wird werkseitig befüllt und geschlossen geliefert; an den Kältemittelkreis muss bei der Montage niemand heran. Bei Split-Geräten werden die Leitungen vor Ort verbunden – das dürfen nur Fachkräfte mit entsprechender Zertifizierung.

Die EU-F-Gase-Verordnung schränkt Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial schrittweise ein. Fragen Sie im Angebot nach dem Kältemittel. Das Umweltbundesamt empfiehlt Geräte mit natürlichem Kältemittel wie Propan (R290). Bestehende Anlagen dürfen weiterbetrieben werden.

Quelle: Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase.

Vor der Entscheidung klären

  • Ist ein Außengerät wirklich ausgeschlossen – oder nur an der Straßenseite? Balkon, Hof oder Flachdach sind oft möglich.
  • Welche Zustimmung brauchen Sie: Vermieter, Eigentümergemeinschaft, Behörde?
  • Welche Wand wäre geeignet? Material und Stärke entscheiden über die Bohrung.
  • Welcher Raum soll gekühlt werden, und wird er auch nachts genutzt?
  • Wo kann das Kondensat hin, und gibt es eine Steckdose oder einen eigenen Stromkreis in der Nähe?

Mit diesen Antworten lässt sich in einer Besichtigung schnell klären, welche Bauart zu Ihrem Raum passt. Auf unserer Seite Klimaanlage planen und installieren sehen Sie, wie wir dabei vorgehen.

Kurz erklärt

Häufige Fragen

Darf ich als Mieter eine Klimaanlage ohne Außengerät einbauen?

Nur mit Zustimmung des Vermieters, denn die zwei Wandöffnungen sind ein Eingriff in die Bausubstanz. Ohne Zustimmung bleibt ein mobiles Gerät, das ohne Bohrung auskommt.

Wie laut ist eine Klimaanlage ohne Außengerät?

Hörbar lauter als ein Split-Innengerät, weil der Verdichter im Raum arbeitet. Vergleichen Sie im Datenblatt den Schalldruckpegel in der niedrigsten Stufe; für Schlafräume ist ein Split-Gerät meist die ruhigere Wahl.

Kann ein Monoblock-Wandgerät auch heizen?

Viele Modelle haben eine Wärmepumpenfunktion. Die Heizleistung ist aber meist geringer als bei Split-Geräten und sinkt bei Frost deutlich. Für die Übergangszeit kann das reichen, als Hauptheizung eher nicht.

Braucht ein Wandgerät einen Kondensatablauf?

Das hängt vom Modell ab. Manche verdunsten das Kondenswasser über die Abluft, andere brauchen einen Ablauf nach außen oder in die Hausentwässerung. Das sollte vor der Bohrung feststehen.

Gibt es Split-Geräte zum Selbstmontieren?

Es gibt Geräte mit vorbefüllten Schnellkupplungen. Die Wandöffnung, die Befestigung des Außengeräts und die Zustimmung für die Fassade bleiben aber gleich. Herstellerbedingungen zur Gewährleistung vorher lesen.

Quellen und Einordnung

Recherche und Quellenabgleich: . Die folgenden Fach- und Verbraucherinformationen unterstützen die Einordnung. Rechenbeispiele beruhen auf frei gewählten Annahmen; Herstellerangaben sind auf das jeweilige Modell zu beziehen. Der Beitrag ersetzt keine Prüfung vor Ort.

Herausgeber: Haustechnik Krause. Redaktionell mit KI-Unterstützung aufbereitet; keine dokumentierte Fachabnahme vor Ort.